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Kultur gehört zu den unverzichtbaren Grundlagen einer lebendigen Demokratie. In ihr zeigt sich die Fähigkeit einer Gesellschaft, sich ihrer Werte zu vergewissern und ihre Zukunft mitzugestalten. Musik prägt unseren Kulturbegriff auf besondere Weise. Sie eröffnet Räume für kritisches Denken, für Wahrnehmung und für den Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
Kultur gehört zu den unverzichtbaren Grundlagen einer lebendigen Demokratie. In ihr zeigt sich die Fähigkeit einer Gesellschaft, sich ihrer Werte zu vergewissern und ihre Zukunft mitzugestalten. Musik prägt unseren Kulturbegriff auf besondere Weise. Sie eröffnet Räume für kritisches Denken, für Wahrnehmung und für den Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
Kunst und Kultur hinterlassen Spuren, die weit über ihre Zeit hinausreichen. Künstler:innen, Komponist:innen, Schriftsteller:innen, Denker:innen und Kulturschaffende prägen das geistige Profil einer Gesellschaft und schaffen Werte, an denen kommende Generationen ihre Gegenwart messen. Sie gestalten das kulturelle Bild einer Nation nach innen wie nach außen und prägen das gesellschaftliche Bewusstsein noch lange nach ihrem Wirken.
Die Bregenzer Meisterkonzerte verstehen sich seit vier Jahrzehnten als Teil dieses kulturellen Auftrags. Vierzig Jahre musikalischer Exzellenz, künstlerischer Entdeckungen und unvergesslicher Abende haben die Konzertreihe zu einer festen Größe des kulturellen Lebens in Vorarlberg werden lassen. Dieses Jubiläum erfüllt uns mit Freude, Dankbarkeit und Stolz.
Die Saison 2026/2027 beginnt mit einer doppelten Feier: Nigel Kennedy, einer der unverwechselbarsten Musiker unserer Zeit, begeht seinen 70. Geburtstag und eröffnet mit „Spiritual Connection“ die Jubiläumssaison der Bregenzer Meisterkonzerte. Wie kaum ein anderer Künstler steht Kennedy für musikalische Offenheit und die Freiheit, Grenzen zu überschreiten. „Spiritual Connection“ erhält dadurch eine besondere Bedeutung: Es eröffnet nicht nur die Saison, sondern bildet auch den thematischen Auftakt zu einem Jahr des Feierns, des Erinnerns und des Weiterdenkens über vier Jahrzehnte Bregenzer Meisterkonzerte.
Die Zagreb Soloists bringen gemeinsam mit dem Oboisten Ramón Ortega Quero in „La Serenissima“ die großen Meisterwerke Italiens zur Aufführung. Virtuosität, Klangschönheit und mediterrane Leichtigkeit prägen ein Programm, das ganz im Zeichen der italienischen Musiktradition steht.
Die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Petr Popelka und die Violinistin Maria Dueñas vereinen musikalische Exzellenz auf höchstem Niveau. Dueñas zählt mit ihrer außergewöhnlichen Reife, technischen Souveränität und natürlichen Musikalität zu den bemerkenswertesten Erscheinungen ihrer Generation.
Sir John Eliot Gardiner, einer der bedeutendsten Interpreten unseres Zeitalters, bringt mit Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe eines der großen Meisterwerke der Musikgeschichte zur Aufführung. Dieses Werk steht wie ein Monument in der Musikgeschichte – eine Summe menschlicher Erfahrung, geistiger Tiefe und kompositorischer Vollendung.
Khatia Buniatishvili widmet sich in ihrem Rezital Werken von Brahms, Chopin, Schumann, Prokofjew und Sofia Gubaidulina. Ihre außergewöhnliche künstlerische Präsenz sowie die Verbindung von poetischer Sensibilität und leidenschaftlicher Intensität machen sie zu einer der markantesten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit.
Ein besonderes Anliegen der Bregenzer Meisterkonzerte ist seit vielen Jahren die Förderung österreichischer und insbesondere Vorarlberger Komponist:innen. Im Jubiläumsjahr setzen wir dieses Engagement mit einer Auftragskomposition von Richard Dünser fort. Das Orchestra Sinfonica di Milano spannt einen Bogen von Giuseppe Verdis Ouvertüre zu „La forza del destino“ über das neue Konzert für Bratsche und Orchester mit Maxim Rysanov bis zu Antonín Dvořáks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“.
Über die großen Konzertabende hinaus haben sich die Bregenzer Meisterkonzerte kontinuierlich weiterentwickelt. Mit dem Vermittlungsprogramm „Step into the Mood of Art“ an Schulen, Einführungsvorträgen, Starterabonnements für junge Menschen sowie zusätzlichen Konzertformaten eröffnen wir Zugänge zur Musik weit über den Konzertabend hinaus. Zugleich ist es uns ein Anliegen, Verbindungen zwischen den Kunstsparten zu schaffen. So gestalten bildende Künstler:innen aus Vorarlberg ausgewählte Bühnenbilder und visuelle Interventionen. Damit entstehen neue Perspektiven auf die Musik und zugleich eine weitere Plattform für das regionale Kunstschaffen.
Das diesjährige Begleitprogramm stellt das Violoncello in den Mittelpunkt. Die Isar Cellisten, vier Mitglieder der Münchner Philharmoniker, präsentieren in der Klosterkirche Mehrerau ein abwechslungsreiches Programm von Barock über Klassik und Tango bis hin zu Jazz – alles auf dem wohl schönsten aller Instrumente, dem Violoncello.
Vierzig Jahre Bregenzer Meisterkonzerte erzählen letztlich nicht nur von herausragenden Künstler:innen oder von großen Werken der Musikgeschichte. Sie erzählen von einer Überzeugung, dass Kultur zu den wesentlichen Grundlagen einer aufgeklärten Gesellschaft gehört.
Kultur schafft jene Räume, in denen wir nicht funktionieren müssen. Sie eröffnet Möglichkeiten der Reflexion, der Wahrnehmung und der Selbstvergewisserung. Sie erinnert uns daran, dass der Mensch mehr ist als Konsument:in, Wähler:in oder Arbeitskraft. In ihr spiegeln sich unsere Fragen, unsere Hoffnungen und unsere Verantwortung füreinander. Gerade in einer Zeit, die von Beschleunigung, Polarisierung und permanenter Verfügbarkeit geprägt ist, gewinnt dieser Gedanke an Bedeutung. Kunst fordert Aufmerksamkeit. Sie verlangt Gegenwärtigkeit. Und sie eröffnet jene seltenen Momente, in denen Denken und Empfinden wieder zu einer Einheit finden.
Für vierzig Jahre Bregenzer Meisterkonzerte gilt unser aufrichtiger Dank allen Künstler:innen, Partner:innen, Fördergebern, Sponsor:innen und Wegbegleiter:innen, die diese Entwicklung ermöglicht haben. Besonders danken wir unserem Publikum und den vielen treuen Abonnent:innen, die diese Konzertreihe über Jahrzehnte hinweg begleitet, getragen und mit Leben erfüllt haben.
Vierzig Jahre Bregenzer Meisterkonzerte sind Anlass zur Dankbarkeit und zur Freude. Vor allem aber sind sie Verpflichtung, den eingeschlagenen Weg mit Neugier, Qualität und Überzeugung weiterzugehen. Denn die Bedeutung von Kunst und Kultur bemisst sich nicht allein an ihrer Geschichte, sondern an ihrer Fähigkeit, Gegenwart und Zukunft zu gestalten.
Michael Ritsch, MBA
Bürgermeister
Ing. Reinhold Einwallner
Stadtrat für Kultur
























